Antike Medizin — Ärztliche Kunst (DÄB 18)

Dieser Beitrag war ursprünglich zur Publikation im Deutschen Ärzteblatt (DÄB) vorgesehen, und zwar im Rahmen der von mir besorgten Rubrik “Medizingeschichte(n)”, die 2003 eingerichtet wurde:

http://www.aerzteblatt.de/archiv/39263/Medizingeschichte%28n%29-Heinz-Schott

Diese Rubrik wurde nach mehr als 180 Folgen durch die Redaktion eingestellt. 18 Beiträge, die nicht mehr publiziert werden konnten, erscheinen nun in diesem Blog (nummeriert, hier DÄB 18)

Zitat:

„Bei allen gefährlichen Erkrankungen muß man auf jede zur rechten Zeit kommende Reifung aller Ausscheidungen oder auf gute Apostasen [1], die zur Krise führen, achten. […] Der Arzt soll sagen, was vorher war, erkennen, was gegenwärtig ist, voraussagen, was zukünftig sein wird. Diese Kunst muß er üben. Auf zweierlei kommt es bei der Behandlung der Krankheiten an: zu nützen oder wenigstens nicht zu schaden. Unsere Kunst umfaßt dreierlei: die Krankheit, den Kranken und den Arzt. Der Arzt ist der Diener der Kunst. Der Kranke muß gemeinsam mit dem Arzt der Krankheit widerstehen.“

Hippokratische Schrift „Epidemien“, 1. Buch (um 410 vor Christus). In: Hippokrates: Schriften. Die Anfänge der abendländischen Medizin. Herausgegeben von Hans Diller. Hamburg 1962, S. 21.

[1] Absonderung, Abszess. Hier wird der berühmte Grundsatz der hippokratischen Medizin „nicht schaden“ (latei-nisch: nil nocere) formuliert.

Advertisements