Begrüßung und Vorstellung von Wolfgang Böhmer (2017)

Am 12. Oktober 2017 hatte ich die Aufgabe, den Vortrag von Wolfang Böhmer „Medizin an der Wittenberger Leucorea“ im Rahmen der Tagung „Die Teilhabe des Todes am Leben“ der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft zu moderieren. Die Tagung fand vom 12. bis 14. Oktober 2017 an der Leucorea statt.

Siehe auch diesen Blog-Beitrag.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

meine Damen und Herren!

Im Namen des Vorstands der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft und insbesondere im Namen ihres Vorsitzenden Rainer Jacobi darf ich Sie am Vorabend unserer Tagung zum Thema „Die Teilhabe des Todes am Leben“ herzlich willkommen heißen. Mein Name ist Heinz Schott und ich bin von Hause aus Medizinhistoriker (im Ruhestand) im (linksrheinischen) Bonn. Vor allem begrüße ich Herrn Professor Dr. Wolfgang Böhmer, der es dankenswerterweise übernommen hat, uns mit einem öffentlichen Vortrag auf unsere bevorstehende Tagung einzustimmen. Es ist uns eine große Ejhre, Sie, verehrter Herr Böhmer, zu unserer Auftaktveranstaltung als Redner gewonnen zu haben.

Professor Böhmer muss ich wohl kaum vorstellen. Als ehemaliger Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt ist er weithin bekannt, ja populär, wenn ich das als Wessi so feststellen darf. Gleichwohl möchte ich doch einige knappe Hinweise zu seiner Biografie geben. Er studierte Medizin in Leipzig, wo er 1959 mit der Dissertation „Über die Dauer ventrikulärer Extrasystolen“ promovierte. 1966 wurde er Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe und war von 1974 bis 1991 Chefarzt im Krankenhaus Paul-Gerhardt-Stift in der Lutherstadt Wittenberg. 1983 habilitierte er sich an der Marin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit der Schrift „Die Entwicklung der individuellen und gesellschaftlichen Belastung durch die menschliche Reproduktion“.

Seine (offizielle) politische Laufbahn begann in der Wendezeit, worauf ich jetzt nicht im Einzelnen eingehen kann. Jedenfalls gipfelte diese mit dem Amt des Ministerpräsidenten, das er von 2002 bis 2011 innehatte. Sein politisches Engagement ist aber seither keineswegs erloschen. So wurde er 2014 zum Vorsitzenden der Expertenkommission des Deutschen Bundestages zur Zukunft der Behörde des Bundesbeauftragten ffür die Stasi-Unterlagen (BStU) ernannt.

Ich erlaube mir, noch eine persönliche Anmerkung anzufügen: Ich habe Sie, Her Böhmer, als Ministerpräsident zwei oder dreimal live reden hören. Ich stellte jedes Mal erfreut für mich fest: Gott sei Dank, hier redet kein Berufspolitiker! Hier spricht einer, der auf ein praktisches Berufsleben zurückschaut und die Dinge beim Namen nennt, angenehme wie unangenehme, der nüchtern, ofnfen und mit Leidenschaft seine Meinung sagt. Jedenfalls war ich ein begeisterter Zuhörer.

Wir freuen uns auf Ihren Vortrag „Medizin an der Wittenberger Leucorea“. Sie sind für dieses Thema dreifach prädestiniert: (1) als Witteberger Bürger, (2) als Arzt (und nicht nur „Mediziner“ und (3) als lokaler Medizinhistoriker. Sie betreiben schon seit Jahrzehnten intensive medizinhistorische Studien zur Thematik ihres heutigen Vortrags. So trägt eine Ihrer frühesten Schriften den Titel: „Das Wittenberger Medizinalwesen der Reformationsära“ (1982). Sie haben in der Folgezeit eine Reihe von Studien veröffentlicht, darunter auch die Schrift „Die überregionale Bedeutung der medizinischen Fakultät der Universität Wittenberg“ (1995). Zuletzt fungierten Sie als Mitherausgeber des Buches „Das heilkundige Wittenberg. Zur Geschichte des Wittenberger Gesundheits- und Sozialwesens von der Stadtfrühzeit bis zur Neuzeit“ (2009).

Wir sind gespannt auf Ihren Vortrag. Im Namen der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft darf ich Ihnen nochmals sehr herzlich für Ihre Bereitschaft danken, heute Abend zu uns zu sprechen.

 

 

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