Der „animalische Magnetismus“ zwischen Aufklärung und Romantik. Die Bremer Episode im Kontext der Medizingeschichte (2001)

Das vorliegende Manuskript wurde in etwas veränderter Form mit Abbildungen veröffentlicht in:

Neue Welten. Wilhelm Olbers und die Naturwissenschaften um 1800. (Ausstellungskatalog).

Hrsg. von Gerd Biegel, Günther Oestmann, Karin Reich.

Wolfenbüttel: Heckner Print-Service, 2001, S. 142-155

 

Heinz Schott

Der „animalische Magnetismus“ zwischen Aufklärung und Romantik

Die Bremer Episode im Kontext der Medizingeschichte

Im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert gab es eine Reihe recht unterschiedlicher Konzepte der Medizin, die von den Ärzten zum Teil gleichzeitig angewandt, zum Teil als sich ausschließende Gegensätze angesehen wurden, ohne daß ein bestimmtes „Paradigma“ die Vorherrschaft innegehabt hätte. Um 1800 begegnen wir der Erregungslehre John Browns (Brownianismus), der Homoöpathie Samuel Hahnemanns, der Gallschen Schädellehre und insbesondere dem „animalischen“ oder (synonym) „tierischen Magnetismus“ Franz Anton Mesmers, den dieser bereits 1775 in seinen „Lehrsätzen“ aller Welt verkündet hatte. Dieses Heilkonzept wurde dann erst seit ca. 1814 auch als „Mesmerismus“ bezeichnet, als Mesmers Hauptwerk unter diesem Titel erschien. (Der Berliner Chirurg C. A. F. Kluge machte übrigens „seinem Entdecker zu Ehren“ schon 1811 diesen Namensvorschlag.i) Im Hinblick auf die weiter unten abgehandelte Bremer Episode mit Olbers in den 1780er Jahren ziehe ich in diesem Artikel deshalb die früheren Bezeichnungen vor. Der animalische Magnetismus fand nicht nur breite Anwendung in der ärztlichen Praxis und war ein wichtiger Gegenstand der etablierten Naturforschung, sondern spielte auch im Diskurs der romantischen Naturphilosophie eine prominente Rolle.

Von Anfang an führte der animalische Magnetismus zu heftigen Auseinandersetzungen, ja, regelrechten Polarisierungen. Während die Mesmer-Anhänger ihn als objektive Naturgegebenheit begriffen, die wissenschaftlich zu begründen sei, sprachen im seine Kritiker seine materielle Grundlage und damit die Wissenschaftlichkeit ab und erblickten in ihm nur die Folgen der „Einbildungskraft“, d. h. irreführende Spekulation, Schwärmerei und vielfach auch gefährliche Scharlatanerie. Wir befinden uns hier am Vorabend der Wende zur modernen naturwissenschaftlichen Medizin, die sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts unter dem Vorzeichen von Zellularpathologie, Bakteriologie und Evolutionsbiologie nach Darwin machtvoll entfaltete.

Mit dem Siegeszug der naturwissenschaftlichen Medizin im ausgehenden 19. Jahrhundert läßt sich die Rezeption des Mesmerismus zwei gegensätzlichen Strömungen zuordnen: (1) Im Kontext der aufstrebenden modernen Medizin erschien der Mesmerismus allenfalls noch als ursprünglicher, inzwischen aber gänzlich überholter Wegbereiter für Hypnotismus und Psychotherapie einschließlich der daraus hervorgehenden Psychoanalyse; (2) im Kontext der naturheilkundlichen bzw. esoterischen Strömungen blieb der Mesmerismus als Behandlungsmethode durchaus präsent. Als „Magnetopathie“ wurde er um 1900 insbesondere von den Laienheilern angewandt und spielt in verschiedenen Varianten bis heute eine Rolle, von Wilhelm Reichs Orgonakkumulator bis hin zu speziellen Techniken der sog. Geistheilung.

Die „wissenschaftliche“ Parapsychologie, aber auch Wissenschaftler aus dem Umkreis der „Pariser Schule“ des Neurologen Charcot, setzten sich in den letzten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts mit mesmeristischen Phämonenen auseinander, um vor allem die klassische Frage zu beantworten, ob es jenseits oder unabhängig von der Einbildungskraft noch einen naturwissenschaftlich nachweisbaren Wirkmechanismus gibt bzw. welche Reichweite die Einbildungskraft („Suggestion“) überhaupt haben kann. So wurde z. B. die „Mentalsuggestion“ (Telepathie) experimentell erforscht. Der wissenschaftliche Nachweis des ominösen Psi steht jedoch nach wie vor aus und auch die Rätsel des Placebo-Effekts sind ungelöst. Insofern stellt die Problematik des Mesmerismus bis heute eine Herausforderung für die Medizin in Theorie und Praxis dar.

In wissenschaftshistorischer Sicht erscheint es mir sinnvoll zu sein, den Mesmerismus aus zwei gegenläufigen Perspektiven in den Blick zu nehmen, von seinen Voraussetzungen und seinen Folgen her: Einerseits können wir ihn der Tradition der „natürlichen Magie“ (magia naturalis), einer naturphilosophisch begründeten magischen Medizin im Ausgang vom Paracelsismus in der frühen Neuzeit, zuordnen; andererseits können wir ihn rückblickend vom Standpunkt der modernen Psychotherapie und Psychoanalyse aus als deren Wegbereiter, Vorläufer verstehen. Im Mesmerismus begegnen sich gewissermaßen Magie und Psychologie, Naturphilosophie und Naturwissenschaft, Heilzauber und ärztliche Behandlung, Glaube und Wissenschaft – Momente also, die in unterschiedlichster Akzentuierung für alle Heilkonzepte in der Medizingeschichte wesentlich sind.

Natürliche Magie, Elektrizität und Magnetismus

Zunächst wollen wir uns Paracelsus (1493/94-1543) als ideengeschichtlich wichtigem Bezugspunkt des Mesmerismus im frühen 16. Jahrhundert zuwenden. Paracelsus hat nämlich den Magneten (genauer: Magnetstein) als Heilmittel in die Medizin eingeführt und seine Anwendung z. B. zur Lagekorrektur der dislozierten („verrückten“) Gebärmutter empfohlen. Wichtiger jedoch ist die Verwendung des Magneten als Symbol für die verborgenen („okkulten“) Kräfte der Natur, die wie ein Magnet unsichtbare Wechselwirkungen zwischen den Naturdingen herstelle. Paracelsus sprach die Natur selbst als Magierin (maga) an, als Lehrmeisterin des (gelehrigen) Menschen, der als Magier (magus), als Arzt (philosophus) in ihre Schule zu gehen habe, um „im Lichte der Natur“ ihre Geheimnisse nutzbringend erschließen zu können.

Der medizinische „Magnetismus“, der sich u. a. aus diesem naturphilosophischen Ansatz des Paracelsus ergab, war für Theorie und Praxis der Ärzte und Naturforscher in der frühen Neuzeit gleichermaßen richtungsweisend. Vor allem sind hier an die sog. magnetisch-sympathetischen Kuren zu erinnern, die nicht nur in der Volksmedizin eine lange Tradition hatten und hoch im Kurs standen, sondern auch von gelehrten Ärzten praktiziert wurden – insbesondere denjenigen, die sich der „chemischen Medizin“ im Geiste der Alchimie verschrieben hatten.

So empfahl der bedeutendste Paracelsist des 17. Jahrhunderts, Johann Baptist van Helmont (1579-1644), die „magnetische Kur“ der gewaltsam zugefügten Wunden mit der „Waffensalbe“, was ihm den Vorwurf der Ketzerei und viele Jahre Hausarrest einbrachte. Hierbei behauptete er – wie seinerzeit andere namhafte Autoren – nicht nur die sympathetisch-magnetische Fernheilung durch die Selbstbehandlung der Waffe (!) statt der Wunde, sondern griff auch auf mannigfache Praktiken der volkstümlichen Magie zurück. So lautete z. B. sein Rat an Hausbesitzer, wie jemand, der einem seine Exkremente vor die Türe setze, zu vertreiben sei: „Wenn jemand ein Hof-Recht vor Deine Thür gemacht, und du solche gerne verhindern wolltest, so halt eine glühende Schauffel auf denselben Koth; da wird durch eine Magnetische Krafft dem Unfläther seine Hintern alsovald von Blattern auffahren. Denn weil das Feuer den Koth ausdörret, so wird dadurch die von dieser Röstung entstehende Schärffe, als gleichsam durch den Rucken des Magnetens, dem unverschämten Gesellen in seinen Hintern getrieben.“ii

Die medizinische Magie oder magische Medizin verstand sich als subtile Naturheilkunde. Von herausragender Bedeutung war dabei der Ansatz der Alchimie, genauer: der alchimistischen Arzneimittelzubereitung. Ihr ging es um die Nachahmung und Vollendung der Naturtätigkeit, z. B. im Hinblick auf bestimmte Heilpflanzen. So habe der Apotheker die Aufgabe, diese aus der Natur (der „Apotheke Gottes“) zu entnehmen, sie mit seiner „Scheidekunst“ zu bearbeiten, von ihren „Schlacken zu reinigen“, um so den reinen, „geistigen“ Wirkstoff (arcanum) zu erhalten. Ebenso wichtig war bei Paracelsus der astrologische Ansatz, die Wechselwirkungen zwischen dem Mikrokosmos Mensch und dem Makrokosmos Welt, insbesondere den Himmelskörpern. Zwei Voraussetzungen müßten jedoch erfüllt sein, daß der Himmel im Menschen wirken könne: Es muß ein „Fenster“ geben, wodurch das Gestirn in den menschlichen Körper eingehen kann, und „es muß etwas im leib sein, das die gestirn annimbt, wenn sie in den leib wirken“.iii

Goethe – tiefgehend vom Paracelsismus beeinflußt – veranschaulichte diese magisch-religiöse Korrespondenz zwischen Mensch und Gottnatur in poetischer Form:

Wär nicht das Auge sonnenhaft,

Die Sonne könnt es nie erblicken;

Läg nicht in uns des Gottes Kraft,

Wie könnt uns Göttliches entzücken?

(Zahme Xenien III)

Die Idee des Magnetismus läßt sich im wissenschaftlichen Diskurs der Medizin bis weit ins 19. Jahrhundert hinein verfolgen. Ihr Schlüsselbegriff ist die „Sympathie“, welche Ähnliches mit Ähnlichem in der Natur miteinander verbindet, miteinander korrespondieren läßt (im Sinne der „Wahlverwandtschften“): den menschlichen Organismus mit anderen Naturdingen, das Nervensystem eines Menschen mit dem eines anderen Menschen, ein Körperorgan mit einem anderen, den Leib mit der Seele, das Arzneimittel mit dem Krankheitsherd etc.iv

Die sympathischen – im früheren Sprachgebrauch zumeist: sympathetischen – Wechselwirkungen waren beim Mesmerismus der springende Punkt, wie wir sehen werden.

Als Mesmer um 1775 seinen Heilkonzept des „animalischen Magnetismus“ verkündete, weckten zwei wichtige physikalische Heilweisen das Interesse der Ärzte: die „elektrische Medizin“ und die „Magnetkur“. Die Erfindung der Leidener Flasche (als Kondensator) und der Elektrisiermaschine (zur Erzeugung von Reibungselekrizität) in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ermöglichten die Produktion der Elektrizität, die als wissenschaftliches Jahrhundertereignis der Aufklärung anzusehen ist. Blitze aus dem Himmel wurden eingefangen und abgeleitet, Funken sprangen auf die und zwischen den Menschen, prickelnde Gefühle wurden erzeugt, sensationelle Demonstrationen voranstaltet. Der Medizin schien ein neuartiges Mittel zur Verfügung zu stehen, die vor allem Lähmungen und Schwächezustände, die von den Nerven herrührten, heilen sollte. Die Elektrizität imponierte als ein sichtbarer, handfester Beweis für die Realität der natürlichen Magie, der verborgenen Heilkräfte der Natur, die zu nutzen der Mensch mit Hilfe seiner Wissenschaft berufen war.

Mehr als zwei Jahrhunderte nach Paracelsus gelangte der Magnet im 18. Jahrhundert zu neuer Wertschätzung in der Medizin. Die Herstellung von Stahlmagneten in den 1770er Jahren führte zu einem Aufblühen der „Magnetkuren“, die bei allen möglichen Krankheiten eingesetzt wurden. Magnete sollten, so war die herrschende Vorstellung, anders als die Elektrizität beruhigend und schmerzstillend wirken und waren deshalb bei Krampfzuständen, Konvulsionen, „Gichtern“, die heute gerne als Symptome der „Hysterie“ gedeutet werden, angezeigt. Auch hier schien sich die Realität der natürlichen Magie in der Medizin zu bewahrheiten. Auch Mesmer experimentierte mit zunächst mit Stahlmagneten und propagierte die „Magnetkur“. Der Hamburger Arzt Johann Christoph Unzer, der davon „in den öffentlichen Blättern“ erfuhr, ersuchte „Herrn Doktor Mesmer in Wien, mir einige dort unter seiner Aufsicht verfertigte Magnete für verschiedene Theile des Körpers zu senden.“v Er berichtet von einer erfolgreichen Anwendung der Magnete bei einer schwerkranken 26jährigen Frau. Kranken, die keine Wirkung verspürten, könnten möglicherweise „durch eine gelinde elektrische Erschütterung zur Annahme der Wirkung der Magnete zubereitet werden.“vi

Das offizielle Untersuchungsergebnis der französischen Ärzte Andry und Thouret von 1779 – in deutscher Übersetzung 1785 publiziert – lautete: „Man kann dem Magnet, als Amulett gebraucht, eine wesentliche und heilsame Wirkung nicht absprechen … Die Krankheiten … in welchen der Magnet vorzüglich dienlich ist, sind nicht diejenigen, welche von einem Mangel der Nervenkraft herrühren, sondern vielmehr solche, welche ein widernatürlich vermehrte und erhöhete Wirkung der Nerven zu ihrer Ursache haben … In diesem Betracht kömmt der Magnet ganz natürlich in die Classe der krampfstillenden Mittel, welche durch denselben einen ebenso beträchtlichen Zuwachs erlangt haben, als wie die Classe der reizenden, eröffnenden und stimulirenden Mittel durch die Electricität erhalten hat … .“vii

Franz Anton Mesmers „animalischer“ oder „thierischer Magnetismus“

Zunächst wollen die Begründung des „animalischen Magnetismus“ durch Franz Anton Mesmer und seine weitere Entfaltung kurz skizzieren.viii Mesmer wurde am 23. Mai 1734 Iznang am Bodensee als Sohn eines Jägers geboren, studierte Philosophie und Theologie in Dillingen und Ingolstadt sowie ab 1759 Jura, dann Medizin in Wien. 1766 promovierte er dort mit einer lateinischen Dissertation über den Einfluß der Gestirne auf den menschlichen Körper. Nach Heirat einer reichen Witwe ließ er sich als Arzt vor den Toren Wiens nieder. Nach der seinerzeit aktuellen therapeutischen Anwendung von Elektrizität und Stahlmagneten „entdeckte“ er 1774 eine noch viel feinere physikalisch gedachte Heilkraft der Natur: das „Fluidum“, den „tierischen Magnetismus“ (= Lebensmagnetimus)), den er als Magnetiseur durch bestimmte „Manipulationen“ (Handstriche über die Körperoberfläche, franz. passes) auf den kranken Organismus übertragen wollte. Nach einem Skandal suchte Mesmer 1778 Zuflucht in Paris, wo er binnen kurzer Zeit wegen seiner „magnetischen Kur“ weltberühmt wurden. Die Kranken bzw. Heilsuchenden gruppierten sich dabei um einen „magnetischen Kübel“ (franz. baquet), einen fiktiven Akkumulator des „Fluidum“, um in eine „heilsame Krise“ zu geraten. Diese neuartige Heilmethode wurde 1784 von einer offiziell eingesetzten Untersuchungskommission wissenschaftlich begutachtet: Die physikalische Fluidumtheorie wurde abgelehnt, man führte die auffälligen (Gruppen)Phänomene, die Mesmer erzeugen konnte, auf die „Einbildungskraft“ zurück.

Die psychologische Wende des „tierischen Magnetismus“ leitete der Marquis de Puységur, ein französischer Artiellerieoffizier und Mesmer-Anhänger, ab 1784 ein. Er rückte den „künstlichen Somnambulismus“ und damit die außergewöhnlichen psychischen Erfahrungen und Fähigkeiten der Magnetisierten sowie ihren „Rapport“ zum Magnetiseur in den Mittelpunkt der Betrachtung. Mesmer seinerseits lehnte den „Somnambulismus“ mit seinen psychologischen bzw. spiritualistischen und z. T. spiritistischen Tendenzen ab. Zeitlebens hielt er an der quasi physikalischen Fluidumtheorie fest: Ihm ging es um die „Mitteilung des Lebensfeuers“, die Übertragung des animalischen Magnetismus, und nicht um die „Eröffnungen“ der Somnambulen, deren wundersamen Erfahrungen und Fähigkeiten. Gleichwohl interessierten sich im frühen 19. Jahrhundert die romantischen Ärzte und Naturphilosophen zunehmend für Mesmers Person. Man entdeckte den einst weltberühmten Begründer des animalischen Magnetismus zurückgezogen lebend in Meersburg, so daß unter der Herausgeberschaft des Berliner Arztes Karl Christian Wolfart Mesmers einzige systematische Darstellung ein Jahr vor seinem Tod erscheinen konnte: „Der Mesmerismus. Oder das System der Wechselwirkungen…“ (1814). Am 5. März 1815 starb Mesmer in Meersburg, wo sich auch sein Grab befindet. Die Überreste seines spärlichen Nachlasses rettete Jahrzehnte später sein erster (und bis heute wichtigster) Biograph: Justinus Kerner aus Weinsberg. Sie werden seither dort im Kernerhaus aufbewahrt.

Gerade wenn wir uns im Hinblick auf Olbers und seine Kollegen in Bremen mit dem animalischen Magnetismus in den 1780er Jahren beschäftigen, ist es unerläßlich, sich noch einmal die drei wesentlichen Momente des Mesmerschen Konzeptes vor Augen zu halten:

  1. Die Theorie stützte sich auf physikalische Modellvorstellungen. Das „Fluidum“ – ein Analogon zu den elektrischen und magnetischen Kräften – sollte im Krankheitsfall über die Nerven das Triebwerk des Organismus, die Muskeln, wieder in Bewegung setzen. Alle Krankheiten führte Mesmer auf eine „Stockung“ der Zirkulation der Körpersäfte zurück, die durch Krampf oder Lähmung der Muskeln hervorgerufen werde. Es gebe also nur eine Krankheitsursache, und dementsprechend auch nur ein Heilmittel: den animalischen Magnetismus, der die durch die „heilsame Krise“ die Reizbarkeit der Muskeln und die Beweglichkeit des Organismus wieder herstelle.

  2. Die Praxis des Magnetisierens kannte unterschiedliche Techniken, die alle das Übertragen des heilsamen „Fluidum“ auf den Kranken bezweckten: durch „Manipulationen“ (mit den Händen), durch einen magnetischen Stab, durch Blicke, durch Spiegel ja sogar über Entfernungen hinweg durch Mauern und Wände hindurch. Mesmer konzipierte zusätzliche Reservoire der magnetischen Kraft: durch magnetisiertes Wasser, magnetisierte Bäume (die bei Puységur ein wichtige Rolle spielen) und vor allem den „Gesundheitszuber“ (baquet). Dieser Bottich war mit bestimmten Substanzen gefüllt, die das „Fluidum“ akkumulieren sollten und aus dem gebogene Metallstäbe ragten, welche die Heilkraft auf du wie erkrankten Organe übertragen sollten. Dieser spektakuläre Apparat, der zu wilden Gruppenszenen Anlaß gab, stellte ein plausibles Analogon zu zeitgenössischen elektrischen Apparaturen dar. Tatsächlich jedoch wurde keinerlei Elektrizität in Mesmer Baquet – der heute in Lyon aufbewahrt wird – erzeugt, und auch die Verwendung von Magneten war nicht obligatorisch.

  3. Ein wichtiger Faktor des Mesmerismus war seine gesellschaftliche Utopie: nämlich die Wertschätzung eines solidarischen Gemeinschaftsgefühls, das durch das Erleben des magnetischen Fluidums (in der Gruppe) erzeugt werde und die Menschen zum sozialen Handeln befähige. Mesmers Lehre zielte auf die gesellschaftliche Harmonie im Zusammenleben der Menschen ab, wie sie sich in der Gründung des „Ordens der Harmonie“ und den weit verbreiteten Zirkeln („harmonische Gesellschaften“) widerspiegelten. Im Selbstverständnis der Mesmeristen waren diese freilich nicht zum Geldmachen und für erotische Spielereien gedacht. Vielmehr galten sie als Keimzellen einer neuen Gesellschaft. Die aktive Beteiligung einer Reihe von Mesmeristen an der Französischen Revolution und Mesmers Sympathie für die Jakobiner sind deshalb nicht erstaunlich.

Somnambulismus als Offenbarung und Rätsel: zur Bremer Episode

Das von Puységur eingeführte Konzept des „Somnambulismus“ ist als tiefenpsychologische Wende des „animalischen Magnetismus“ à la Mesmer zu begreifen. Das Magnetisieren sollte nun nicht mehr von außen in erster Linie „heilsame Krisen“ auslösen, sondern den Kranken im „magnetischen Schlaf“ bzw. „künstlichen Somnambulismus“ innere Erfahrungen, Einsichten, Fähigkeiten ermöglichen, die ihrer Heilung dienten. Zugleich erhielten die behandelnden Ärzte durch solche „Eröffnungen“ die Möglichkeit, einen Blick in die verborgene innere Natur des Menschen zu werfen, die sie im Sinne der zeitgenössischen Naturforschung umfassend studierten. Gerade für die Romantiker stellte deshalb der Somnambulismus ein großartiges Faszinosum dar. Paradigmatisch hierfür ist Justinus Kerners zweibändiges Werk „Die Seherin von Prevorst“ (1829), in welchem das ganze Szenario romantischer Seelenforschung dokumentiert ist.ix

Die romantischen Ärzte betrieben also den Mesmerismus als eine Art tiefenpsychologische Naturforschung und schufen somit die entscheidende Voraussetzung für den ab der Mitte des 19. Jahrhunderts aufkommenden „Hypnotismus“, auf welchem die moderne Psychotherapie und Psychoanalyse aufbauen sollten. Abgesehen von der Medizin (einschließlich der Volks- und Laienmedizin!) waren die Ausstrahlungen des Mesmerismus im allgemeinen auf Kultur, Wissenschaft und Kunst weitreichend und höchst einflußreich.x Sie sind kaum zu überschätzen: Es sei hier nur an die Literarisierung des Mesmerismus von Heinrich von Kleist, E. T. A. Hoffmann und E. A. Poe bis hin zu Thomas Mann erinnert.

Freilich dürfen wir die Wende vom klassischen animalischen Magnetismus zum Somnambulismus nicht überzeichnen. Viel eher kommt es zu einer kaum voneinander zu trennenden Überlappung beider Ansätze. Gerade an der Geschichte des Mesmerismus läßt sich die Verquickung von Aufklärung (physikalischem Denken) und Romantik (psychologischem Denken) beispielhaft studieren. „Die erste Phase es thierischen Magnetismus in Deutschland … zeigt eine Vermischung der Technik Puységurs mit der mesmeristischen fluidalen Theorie, die jedoch von mehreren der forschenden Magnetiseure verändert und modifizert wurde.“xi

Wenn wir uns der Bremer Episode zuwenden, so befinden wir uns – gut 40 Jahre vor der „Seherin von Prevorst“ – in einer anderen Epoche: nicht im Biedermeier, sondern in den Jahren vor Französischen Revolution, nicht in der Romantik, sondern in der Aufklärung. In zwei Regionen Deutschlands kam es schon recht früh zur Auseinandersetzung mit Mesmers animalischem Magnetismus und Puységurs Abwandlung zum Somnambulismus: in Südwestdeutschland und in Norddeutschland. Fünf Personen sind zu nennen: einerseits Eberhard Gmelin in Heilbronn und Karl Wilhelm Böckmann in Karlsruhe, andererseits Arnold Wienholt, Wilhelm Olbers und Georg Bicker in Bremen. Außer dem Physiker Böckmann waren alle Ärzte. Während in Südwestdeutschland der animalische Magnetismus durch Magnetiseure der „Société de l’Harmonie“ des Marquis de Puységur in Straßburg bekannt gemacht wurde, propagierte und initiierte ihn in Bremen der Zürcher Pfarrer Johann Kaspar Lavater.

Entsprechend heißt es in Kluges umfassender „Darstellung des animalischen Magnetismus“ von 1811: „Im Jahre 1787 überbrachte Lavater den durch Puységur verbesserten animalischen Magnetismus den Ärzten Bicker, Olbers und Wienholt in Bremen, und zu gleicher Zeit erhielten ihn auch Böckmann und Gmelin von Straßburg aus. — Diese Männer nahmen nun den geächteten und umherirrenden Fremdling gegen die Angriffe seiner Feinde zuerst in Schutz, suchten ihn von allem fremdartigen Charlatanismus zu säubern und so, in seiner reinen Blösse weit edler gestaltet, als einen würdigen Gegenstand in die Heilkunst einzuführen. — Hufeland sagt daher sehr wahr: ‚Es ist eine Bemerkung, die der teutschen Nation zur Ehre gereicht, daß, sobald der Magnetismus anfing Jonglerie zu werden, er sich nicht länger auf teutschem Boden halten konnte, sobald er aber wieder dahin zurückkam, sehr bald ein solideres und philosophischeres Ansehen erhielt.“xii

Bremen gilt in der Medizingeschichtsschreibung als Hochburg, ja sogar als „Mittelpunkt der Lehre vom thierischen Magnetismus in Deutschland“xiii: „In keiner deutschen Stadt wurde eine so große Reihe von Jahre eine so beträchtliche Anzahl von Personen magnetisirt und so viele zum Schlafreden gebracht als in Bremen, und zwar von vorzüglichen Ärzten oder unter ihrer Aufsicht.“xiv In einer Verteidigungsschrift der Versuche mit dem animalischen Magnetismus in Bremen meinte der Bremer Arzt und Naturforscher Gottfried Reinhold Treviranus: „Nicht das größere Publicum, sonder bloß der Physiologe kann … Richter in der Sache des thierischen Magnetismus seyn. Der Vernünftige verläßt sich in Dingen, wovon er selber keine Kenntnisse hat, auf das Urtheil des Sachverständigen.“xv Hier kommt eine aufklärerisch-skeptische Position zum Ausdruck, welche die „Realität des Magnetismus“, gewissermaßen seine Reichweite, wissenschaftlich exakt bestimmen möchte.

Beispielhaft zitiert Treviranus auch die Einstellung Alexander von Humboldts: „Wenn auch Mesmers und Anderer Manipulationen feiner Betrug sind, so folgt daraus noch gar nicht, daß alles Manipuliren physisch unwirksam sey …“xvi So versprach sich Johann Wilhelm Ritter aus seinen galvanischen Versuchen, die er gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Jena durchführte, auch Aufklärung über die „sonderbaren Erscheinungen … beim thierischen Magnetismus“.xvii Seine naturphilosophischen Spekulationen kommen gerade dort zum Ausdruck, wo er Elektrizität, Magnetismus und animalischen Magnetismus in Beziehung miteinander setzt: „Wenn sich etwa der menschliche Körper zu der Atmosphäre verhält, wie das Metallblättchen an und zu Humboldt’s Glasröhre, verhält sich die Oberfläche des Körpers als leitend und einsaugend … Man erinnere sich an Mesmer’s magnetisches Baquet … Saugen wohl entgegengesetzte Geschlechter Entgegengesetztes ein? – Was würde es für Wirkung haben wenn man eine ganze Menge Männer, und eine ganze Menge Weiber, sich an große, gechiedene Metallflächen entladen, und letztere dann zusammen auf einen Menschen influiren ließe?“xviii

Die Bremer Episode wird ausführlich in der kürzlich erschienenen Dissertation von Alfred John dargestellt.xix Lavaters Schlüsselrolle wird hier im einzelnen analysiert. Johann Caspar Lavater, ein evangelischer Pfarrer in Zürich, wurde von norddeutschen Lutheranern, insbesondere dem Dompastor Nicolai, weithin der religiösen Schwärmerei verdächtigt, die als moralische Gefahr für die Einbildungskraft angesehen wurde. Auch der animalische Magnetismus galt den Gegnern als ein Produkt der Schwärmerei, dies um so mehr, als sich Lavater für ihn begeisterte. Lavaters Begeisterungsfähigkeit für das Wunderbare und Rätselhafte kannte kaum Grenzen. So interessierte er sich u. a. für Swedenborg, Gaßner und Cagliostro. Durch magnetische Heilversuche an seiner „nervenkranken“ Frau gelangte er zur Überzeugung, daß der animalische Magnetismus ein ernst zu nehmendes Heilmittel sei.

Lavater schrieb 1785 an den Hannoveraner Arzt Heinrich Matthias Marcard, „daß meine von mir magnetisierte Frau in den famösen Zustand des Schlafredens gekommen ist; daß sie in demselben die Methode ihrer Heilung theils freiwillig dictiert, theils auf bestimmte Fragen das Nöthige zur Erläuterung geantwortet. … Für verschiedene andere Kranke, über die wir sie konsultirten, gab sie uns die bestimmtesten und vernünftigsten Räthe, die nur von einem wachenden, äußerst besonnenen Menschen erwartet werden könnten …“xx

Im Mai 1786 erhielt Lavater einen Ruf als Prediger an die Ansgariigemeinde in Bremen, den er später allerdings absagte. Ende Juni traf er zu einem viel beachteten und gefeierten Besuch in Bremen ein, wobei seine Kritiker befürchteten, daß er „die finsteren und gefährlichen Kräfte der Unvernunft und Schwärmerei“ bei den Bremern wecken würde. Die Eltern der 18jährigen Sophie Catharine Albers, die Tochter eines Bremer Kaufmanns, die seit einem dreiviertel Jahr an einer „schweren Nervenkrankheit“ mir Ohnmachtsanfällen, Husten und Zuckungen litt, wandten sich an den behandelnden Arzt Arnold Wienholt, der gemeinsam mit Wilhelm Olbers die bislang erfolglose Behandlung übernommen hatte. Sie baten ihn, mit Lavater über die mögliche Anwendung des Magnetismus bei ihrer Tochter zu reden. Dieser empfahl die magnetische Kur, welche Wienholt und Olbers in Angriff nahmen. In einer Reihe von Briefen an den nach Zürich zurückgekehrten Lavater berichtete Wienholt vom Fortgang der Kur und den zu beobachtenden Besserungen des Krankheitszustandes. Außergewöhnlichen Fähigkeiten (Hellsehen, intuitive Diagnose etc.), wie sie bei Lavaters Frau im somnmambulen Zustand so auffällig hervorgetreten waren, waren bei der „Demoiselle Albers“ kaum bzw. in weitaus geringerer Intensität zu beobachten. Am Ende der im Oktober abgeschlossenen Krankengeschichte schreibt Wienholt: „Sie [die Patientin] erholte sich in kurzem völlig, kehrte zurück zu ihren häuslichen Geschäften, und durchbrachte den Winter … völlig gesund. … Auch die folgenden Jahre dauerte dies Wohlbefinden fort“.xxi

Die öffentliche Kontroverse über die magnetischen Kuren der Bremer Ärzte, die als wissenschaftlich seriös galten und hohes Ansehen genossen, wurde wohl wesentlich durch den umstrittenen Lavater verursacht. Wienholt bemerkte hierzu 1805: „Kaum werden unsere Nachkommen es glauben, daß die hiesigen Versuche und Beobachtungen über den thierischen Magnetismus, besonders auch deswegen mit so vieler Kälte behandelt, und so scharf und bitter beurtheilet wurden, weil Lavater ihn eingeführt hatte. Der unbefangene mit den Aufsätzen von Lavaters Gegnern vertraute Mann, wird denken müssen, dieser sey der Entdecker des Mittels, es gründe sich auf seine vermeinten schwärmerischen Ideen … die Verbreitung desselben sey Zweck seyner Reise nach Bremen, und diejenigen, die dies Mittel auf seinen Rath angewandt, seyen schwache höchst leichtgläubige Köpfe gewesen.“xxii

Die Bremer Auseinandersetzung war keineswegs typisch für die frühe Rezeption des animalischen Magnetismus in Deutschland. Eberhard Gmelin, der übrigens Justinus Kerner in seiner Knabenzeit erfolgreich wegen Magenbeschwerden magnetisiert hatte, aber die Beschwerden Friedrich Schillers, der ihn als Arzt verehrte, mit dem animalischen Magnetismus nciht kurieren konnte, erhielt viel Beifall für seine Therapieversuche. Gmelin ergriff 1789 Partei für seine Bremer Kollegen – und nicht zuletzt auch für Lavater: „Ein in seinem Stolz gekränkter und eben dadurch erbitterter Priester [Nicolai] schimpfte mit Mönchswuth auf den friedlichen, duldsamen Lavater als einen falschen Propheten und Volksverführer, dem doch, bey all dem unbändigen Feuer seiner Einbildungskraft, ein gutes Herz und allgemeines Wohlwollen für die Menschheit kein Rechtschaffener absprechen will. … und der thierische Magnetismus dient ihm [Nicolai] als Vorwand seiner Lästerung.“xxiii

Exkurs: Wilhelm Olbers und der „sogenannte Magnetismus“

Die erste Generation von magnetisierenden Ärzte in Deutschland hatte „eine vorromantische, sich als aufklärerisch verstehende Auffassung des animalischen Magnetismus, die sich zugleich von Mesmer distanzierte“.xxiv Dies gilt in besonderem Maße von Wilhelm Olbers, der sich auf den Gebieten der Mathematik, Astronomie und Physiologie bekanntlich hervorragend auskannte und vor allem durch seine Entdeckungen von Planetoiden und Kometen Weltgeltung erlangte. 1781 ließ er sich als Arzt in Bremen nieder, wo er 40 Jahre lang höchst geachtet seine Praxis betrieb. Sein wissenschaftliches Interesse galt jedoch den astronomischen Studien, die er neben seiner ärztlichen Tätigkeit betrieb. So ist es nicht verwunderlich, daß von über 80 Vorträgen, die Olbers im Rahmen des „Museum“, der wissenschafltichen Gesellschaft Bremens, hielt, nur einer ein einziger ein medizinisches Thema behandelte. Im Unterschied zu seinen zahlreichen astronomischen Publikationen veröffentlichte er dementsprechend nur wenige Artikel zur Medizin. Zu diesen zählt seine „Erklärung über die in Bremen durch den sogenannteten Magnetismus vorgenommenen Kuren“ (1787) sowie die daran anschließende „Abermalige Erklärung …“ (1788).

Zunächst ist festzuhalten, daß in dieser Zeit (1887/88) wichtige experimentelle Entdeckungen, hirnanatomische Befunde (bzw. Spekulationen) sowie neurophysiologische Modellvorstellungen noch nicht bekannt waren, die ein bis zwei Jahrzehnte später nicht nur allgemein die Gemüter in Medizin und Naturforschung bewegten, sonder auch „wissenschaftliche“ Interpretamente zum Verständnis des animalischen Magnetismus boten. Ich möchte hier lediglich auf drei Ansätze verweisen:

  1. An erster Stelle ist der Gavlanismus zu nennen: 1786 glaubte Galvani, die „thierische Elektrizität“ ohne äußeren Einfluß an zuckenden Froschschenkeln nachweisen zu können. Die italienische Originalarbeit erschien 1791, die deutsche Übersetzung 1793. Der Galvanismus führte zu einer spekulativen Elektro- und Neurophysiologie, wie wir bei Ritter gesehen haben, auf deren Grundlage die Phänomene des animalischen Magnetismus plausibel erklärbar schienen.
  2. Reils Lehre von der „Lebenskraft“ (1795), die in der Medizingeschichtsschreibung zumeist als Vitalismus bezeichnet wird, leitete Gesundheit und Krankheit von der energetischen Verteilung der „Lebenskraft“ über die Nerven zwischen dem (nicht genau lokalisierten) zentralen Seelenorgan im Gehirn und den Körperorganen ab. Mit seiner späteren Gegenüberstellung von „Cerebral- und Gangliensystem“ (1807) formulierte er einen entscheidenden Dualismus des Nerven- und Seelenlebes: nämlich das dynamische Verhältnis von zentralem und autonomem Nervensystem, Bewußtsein im Kopf und Unbewußtem („bewußtlose Seele“) im Bauch. Das Magnetisieren bzw. der magnetische Schlaf wurden nun (vitalistisch, energetisch) als Aufladung des Bauch-Gangliensysems begriffen.
  3. Bei der Lokalisation der Seele kam es um 1800 im Kontext intensiver (vergleichender) hirnanatomischer Forschungen zu einer folgenreichen Wende. Während der Samuel Thomas Soemmerring noch 1796 das „Seelenorgan“ in die Hirnhöhlen verlegte, behauptete Franz Jospeh Gall wenige Jahre später, daß die seelischen Anlagen auf der Oberfläche des Gehirns (Hirnwindungen) in unterschiedlichen „Organen“ säßen und je nach Stärke oder Mangel am knöchernen Schädel ablesbar (bzw. abtastbar) wären. Die Gallsche Schädellehre (auch Kraniologie, Organologie, später Phrenologie genannt) war ebenso aufsehenerregend wie Mesmers animalischer Magnetismus. Es kam zu einer interessanten Kombination zwischen beiden Konzepten („Phrenomagnetismus“), analog zur Verknüpfung des animalischen Magnetismus mit dem Galvanismus (Galvanomagnetismus).

Diese Einholung des animalischen Magnetismus in den Diskurs der Neurophyiolgie und Neuroanatomie um 1800 stand also erst noch bevor, als Olbers seine „Erklärungen“ abgab. Seine distanzierte, skeptische Haltung gegenüber Mesmer kommte bereits im Titel zum Ausdruck, wo er vom „sogenannten Magnetismus“ spricht. Mesmers Schriften seien „voll von Sätzen, die offenbaren physischen und physiologischen Wahrheiten widersprachen“. Es sei wenigen eingefallen, daß „unter der grotesken Karikatur, worunter Aberglaube, Charlataniere, Unwissenheit, Schwärmerei und Vorurtheil die Wirkung des sogenannten Magnetismus entworfen hatte, vielleicht doch eine wahre Zeichnung zum Grunde liege … dass bei näherer Untersuchung vielleicht nicht alle Phänomen falsch, nur falsch gesehen, falsch beschrieben, falsch beurtheilt sein könnten“.xxv

Angesichts der „durch unsere Kunst nach allen vergeblichen Versuchen nicht zu besiegenden Krankheit“ sei es gerechtfertigt gewesen, „Versuche mit dem verschrieenen Magnetismus“ bei einer Kranken anzustellen. Olbers betont, daß er „damals sehr gegen den Magnetismus eingenommen war“ und ihn für „völlig unwirksam“, allenfalls als Wirkung „überspannter Phantasie“, gehalten habe. Durch den eingetretenen Behandlungserfolg sei er jedoch von der Wirksamkeit des „sogenannten thierischen Magnetismus“ überzeugt worden, „[ich] sah jene sonderbare Krise, die man die magnetische Schlafwanderung [wörtliche Übersetzung von „Somnambulismus“] nennt, und unsere Kranke sichtbar besser werden ließ.“

Olbers will die wissenschaftliche Aufklärung über den „sogenannten thierischen Magnetismus“. Er sieht es als die Pflicht der beteiligten Ärzte an, „alles kaltblütig zu untersuchen.“xxvi Seine Argumentation stützt sich ganz auf seine persönliche Erfahrung: Er will und kann den animalischen Magnetismus zwar nicht erklären, aber seine Heilkraft absolut bezeugen: „Ich bin durch meine Sinne und die sorgfältigste Beobachtung überzeugt worden, dass der sogenannte thierische Magnetismus ein grosses, wohlthätiges Mittel in verschiedenen Nervenkrankheiten sei, und dass dadurch jener sonderbare, für uns bisher nicht zu erklärende Zustand der magnetischen Schlafwanderung hervorgebracht werden könne.“xxvii

Olbers versteht sich als Wissenschaftler im Dienste der Aufklärung, er will „zur Beförderung der allgemeinen Aufklärung“ beitragen: „Wer Inokulation [er initiierte die Einführung dieser Impfmethode in Bremen und vergleicht sogar an anderer Stelle deren Ablehnung mit den „Angriffe(n) auf den Magnetismus“xxviii], Gewitterableiter u. s. w. verwirft, ist so gut abergläubisch, als wer Amulette oder Zauberformeln braucht. Aufklärung muss also durchaus gewinnen, wenn eine bisher so zweifelhafte Sache, wie die Wirksamkeit des thierischen Magnetismus, untersucht, geprüft und bestimmt wird.“xxix Er beruft sich bei seinem Plädoyer für eine vorurteilsfreie Prüfung der Theorie „einer feinen, flüssigen, alle Körper durchdringenden, in allen enthaltenen Materie“ auf Newton und seine Idee von einer „feinen Materie“ (spiritus subtilissimus) , welche „gleichsam das Verbindungsmittel zwischen der Seele und dem Körper ausmache.“ (Übrigens hatte sich schon Mesmer in seiner Dissertation von 1766 über den Einfluß der Gestirne auf den menschlichen Körper – fast zehn Jahre vor Begründung des animalischen Magnetismus – auf Newton berufen. In Analogie zu dessen „Schwerkraft“ sprach Mesmer von einer gravitas animalis, einer lebendigen Schwerkraft.)

In Olbers‘ „Abermaligen Erklärung“ (1788) taucht kein grundsätzlich neuer Gedanke auf. Er bekräftigt noch einmal seine soeben dargestellte Position. Eine biographisch interessante Randbemerkung offenbart Olbers als einen Menschen, der alles andere als „kaltblütig“ bei der magnetischen Kur der „Demoiselle Albers“ beteiligt war! Er teilt nämlich mit, daß seine Frau, die ihm ein „bösartiges Fieber“ (bei der Geburt ihrer Tochter 1786) geraubt habe, eine „vertraute Freundin unserer Kranken“ gewesen sei: „die Nachricht von ihrem Tode hatte eine so fürchterliche Wirkung auf die Vermehrung ihrer Krämpfe. Seitdem sah ich sie nicht eher wieder, als bis sie in den magnetischen Schlaf gefallen war; eine Zusammenkunft konnte für mich nicht anders als traurig, und für sie vielleicht gefährlich werden, die sie nothwendig an den Verlust, den wir beweinten, erinnern mußte.“xxx

Nur „der Arzt und Physiker“ könne in der Sache des Magnetismus urteilen und „scharfsinnige Naturforscher und aufgeklaerte Ärzte“ beschäftigten sich derzeit mit ihm: „Keiner von allen, die ihn gehörig untersuchten, hat ihn verworfen.“ So argumentiert Olbers nachdrücklich für eine umfassende kritische Untersuchung des animalischen Magnetismus, als ob er dessen Hochkonjunktur im wissenschaftlichen Diskurs der Medizin und Naturforschung um 1800 vorausgeahnt hätte.

Mesmerismus: magische Heilkunde oder Psychotherapie?

In der Rezeption des Mesmerismus kommt des zu einem auffälligen Perspektivwechsel. (1) Die fludiale Theorie Mesmers mitsamt dem spiritualistisch ausgerichteten Somnambulismus wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts dem historisch überholten Zauberwesen, Aberglauben, Okkultismus zugeordnet und entsprechend verurteilt. Der animalische Magnetismus habe einzig und allein durch „Suggestion“ gewirkt – so die Argumentation von Hippolyte Bernheim, dem Begründer der (suggestiven) Psychotherapie. Sigmund Freud vermied es tunlichst in seinen Schriften, näher auf den Mesmerismus einzugehen, den Mesmers Namen erscheint in den von ihm publizierten Schriften m. W. kein einziges Mal! Die Ärzte und Naturforscher im Zeitalter der siegreichen Naturwissenschaften mieden, so könnte man sagen, den Mesmerismus wie der Teufel das Weihwasser. (2) Gegen Ende des 20. Jahrhunderts fiel die Einschätzung günstiger aus: Nun wurde der Mesmerismus als der entscheidende Wegbereiter der modernen Psychotherapie und Psychoanalyse dargestellt, als Initialzündung bei der „Entdeckung des Unbewußten“, wie es Henri Ellenberger in seinem gleichnamigen Buch ausgeführt hat.

Wir können, wie eingangs bemerkt, den Mesmerismus aus zwei Blickwinkeln betrachten: zum einen vor-läufig aus der Tradition der natürlichen Magie, zum andern rück-läufig aus der Sicht der modernen Psychotherapie und Psychoanalyse. Wir können ihn gewissermaßen „magisch“ oder „psychologisch“ interpretieren. Stellt der Mesmerismus im Kern nun Magie oder Psychologie dar? Diese Frage wurde ab Mitte des 19. Jahrhunderts zunehmend im Sinne der naturwissenschaftlichen Leitidee in der Medizin beantwortet: Die Phänomene des Mesmerismus wurden auf die Einbildungskraft, die Wirkung der Suggestion zurückgeführt, also rein psychologisch bzw. psychophysiologisch erklärt. Mesmers Fluidumtheorie des animalischen Magnetismus und die anschließenden spiritualistischen bzw. spiritistischen Offenbarungen des Somnambulismus wurden als Hirngepinste und fauler Zauber abgetan, als Gaukeleien der Phantasie.

Hippolyte Bernheim, der Begründer der Psychotherapie vor Freud, formulierte als erster

jene (bis heute anerkannte) Suggestionsformel, wonach alle früheren magischen und religiösen Heilprozeduren auf nichts anderem als der „Suggestion“ beruhten. Bernheim meinte 1891 – ich zitiere ihn nach der deutschen Übersetzung von Sigmund Freud – : „Nichts anderes als Suggestivtherapie steckte hinter allem geheimen Kram er alten Magie, steckt noch jetzt hinter den magischen Künsten wilder Völker … sie war in den ebenso mannigfaltigen als unwissenschaftlichen Proceduren des thierischen Magnetismus enthalten, ja sie verbarg sich noch hinter den Hypnotisirmethoden Braid’s. Dies Alles war nichts; der Glaube ist Alles, und dieser Glaube oder diese Gläubigkeit ist dem menschlichen Geiste eingeboren. … Unserem Zeitalter blieb es vorbehalten, das volle Licht über diesen Gegenstand zu verbreiten, einen klaren Begriff der wissenschaftlichen Lehre der Suggestion zu bilden, vor dem alle Verirrungen der Phantasie und alle Ausschweifungen des Aberglaubens, welche die arme Menschheit so lange verblendet haben, verschwinden müssen.“xxxi

Worauf kann man den Mesmerismus zurückführen: auf Magie oder Psychologie? Auf meßbare „reale“ Wechselwirkungenen mit der Außenwelt oder innerpsychische „eingebildete“ Vorgänge, die dann nach außen projiziert werden? Im Sinne Bernheims würde die moderne Medizin diese Frage eindeutig genau so beatworten, wie es die Pariser Untersuchungskommission bereits im Jahre 1784 vorexerziert hat: Es handele sich bei den mesmeristischen Phänomenen „nur“ um Wirkungen der Einbildungskraft, der Suggestion. (Nach demselben Muster wurden und werden auch andere sog. alternative Heilweisen beurteilt, insbesondere die Homöopathie.) Wer sich jedoch mit den Phänomenen genauer auseinandersetzt kann feststellen, daß sie sich einerseits vielfach einer psychologischen Erklärung entziehen und einen „magischen“ Eindruck (die Parapsychologie spricht von „Anomalie“) machen (z. B. telepathische Vorgänge) und daß sich andererseits dieser „magische“ Eindruck vielfach wiederum psychologisch erklären, entzaubern läßt. Der Mesmerismus ist ein treffendes Beispiel für die teilweise Ununterscheidbarkeit von Magie und Psychologie. Gerade, wenn wir uns die erste Generation der Mesmeristen in Deutschland ansehen, bemerken wir, wie aus dem Entweder-Oder ein Sowohl-als-auch wurde. Diese Ärzte wollten nicht voreilig über die Natur des animalischen Magnetismus entscheiden und mahnten statt dessen sorgfältige Studien an.

Am Beispiel des „Romantikers“ Justinus Kerner, der jahrzehntelang als Oberamtsarzt in Weinsberg praktizierte, können wir eindrucksvoll sehen, wie ein prominenter Arzt jener Zeit bei aller Sympathie für den Mesmerismus doch eine kritische (und selbstironische) Distanz eingehalten hat. Als er einmal einem Patienten einen beschriebenen Zettel als Amulett zum Umhängen gegen den angenommenen „Todeszauber“ von dessen Ehefrau gab, rügte die Regierung in einem Schreiben an die oberste Medizinalbehörde: „Die Anwendung sympathetischer Mittel von seiten des Dr. Kerner scheint uns mit seiner Stellung als öffentlich angestellter Gesundheitsbeamter unvereinbar zu sein.“ Kerner rechtfertigte in einer Stellungnahme sein Handeln: „Diß [die Verordnung des Amuletts] geschah von mir mit aller wissenschaftlichen Überlegung und mit aller Vereinigung meiner Stellung als Oberamtsarzt als ein auf die Einbildung dieses Mannes psychisch wirkendes Mittel.“ Die ärztlichen Kollegen bestätigten ihm, daß er dabei „den wissenschaftlichen Boden“ nicht verlassen habe, so daß die vorgesetzte Behörde von einer „Zurechtweisung“ absah.xxxii Dieses Oszillieren zwischen äußerer und innerer Betrachtung, zwischen magischer und psychologischer Einstellung, ist typisch für die romantische Seelenforschung. Es läßt sich besonders deutlich auch bei dem „Spätromantiker“ C. G. Carus beobachten, der den Begriff des Unbewußten in die Medizin einführte.xxxiii

Die Erfahrungen mit dem Mesmerismus verunsicherten die Ärzte im Zeitalter der Aufklärung in ihrem medizinischen Menschen- und Weltbild. Sie erspürten die blinden Flecken der Aufklärung und wollten gleichwohl an deren Grundsätzen festhalten. So entstand um 1800 jene besondere Spannung zwischen Magie und Psychologie. Im Mesmerismus flossen die Ausläufer der magischen Medizin und die Antizipation der modernen Psychotherapie zusammen. Zahlreich Ärzte und Naturforscher waren damals beides: Magier und Psychologen, Heiler und Psychotherapeuten.

Literatur

Bauer 1994

Gerhard Bauer: Eberhard Gmelin (1751-1809). Sein Leben und sein Werk. Ein Beitrag zum Quellenstudium des thierischen Magnetismus im deutschsprachigen Raum (= Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Heilbronn, 4), Heilbronn 1994.

John 1996

Alfred John: Tierischer Magnetismus und Schulmedizin in Bremen während der Aufklärung.(= Marburger Schriften zur Medizingeschichte, Bd. 35), Frankfurt a. M.; Berlin; Bern […] 1996.

Kluge 1811

Carl Alexander Ferdinand Kluge: Versuch einer Darstellung des animalischen Magnetismus als Heilmittel. 3. unveränderte wohlfeilere Aufl. Berlin 1818.

Olbers 1787

Heinrich Wilhelm Matthias Olbers: „Erklärung über die in Bremen durch den sogenannten Magnetismus vorgenommenen Kuren“, in: Carl Schilling (Hg.): Wilhelm Olbers: Sein Leben und seine Werke, Berlin 1894/1909, Bd. 1, S. 675-685.

Olbers 1788

Heinrich Wilhelm Matthias Olbers: „Abermalige Erklärung über die in Bremen durch den sogenannten Magnetismus vorgenommenen Kuren“, in: Carl Schilling (Hg.) [wie Olbers (1787)], S. 685-695.

Ritter 1810

Johann Wilhelm Ritter: Fragmente aus dem Nachlasse eines jungen Physikers. Ein Taschenbuch für Freunde der Natur, hrsg. von J. W. Ritter, 2 Bde. Heidelberg 1910.

Rohlfs 1875/1880

Heinrich Rohlfs: Die medicinischen Classiker Deutschlands. Stuttgart 1875/1880.

Schott 1984

Heinz Schott: „Mesmer, Braid und Bernheim: Zur Entstehungsgeschte des Hypnotismus“, in: Gesnerus 41 (1984), S. 33-48.

Schott (Hg.) 1985

Heinz Schott (Hg.): Franz Anton Mesmer und die Geschichte des Mesmerismus. Beiträge zum Inter­nationalen WissenschaftlichenSymposion anläßlich des 250. Geburtstages von Mesmer, 10.- 13. Mai 1984 in Meersburg, Stuttgart 1985.

Schott 1986

Heinz Schott: „Sozialmedizinische Perspektiven in Kerners Werk“, in: Das öffentliche Gesundheitswesen 48 (1986), S. 670-674.

Schott 1992

Heinz Schott: „Sympathie als Metapher in der Medizingeschichte“, in: Würzburger Medizinhistori­sche Mitteilungen 10 (1992), S. 107-127

Schott 1994

Heinz Schott: „Carl Gustav Carus zwischen Mesmer und Freud“, in: Wissenschaftliche Zeitschrift der Technischen Universität Dresden 43 (1994) (= Sonderheft: Ganzheitsmedizin und Psychologie bei Carl Gustav Carus; Ethik in der Medizin), S. 23-27.

Schott 1996 a

Heinz Schott: „Der Arzt als Naturphilosoph, Magier und Alchimist. Die Anstöße des Paracelsus“, in: Meilensteine der Medizin, Hrsg. von Heinz Schott, Dortmund 1996, S. 180-186.

Schott 1996 b

Heinz Schott: „Paracelsismus und chemische Medizin. Johann Baptist van Helmont zwischen Naturmystik und Naturwissenschaft“, in: Meilensteine der Medizin [s. o.], S. 199-206.

Schott 1996 c

Heinz Schott: „Die magnetische Heilmethode mit wissenschaftlichem Anspruch. Franz Anton Mes­mers ‚thierischer Magnetismus‘“, in: Meilensteine der Medizin [s. o.], S. 250-257.

Schott 1996 d

Heinz Schott: „Romantische Naturphilosophie in der ärztlichen Praxis. Justinus Kerner und die ‚Seherin von Prevorst‘“, in: Meilensteine der Medizin [s. o.], S. 318-325

Schott 1998

Heinz Schott (Hg.): Der sympathetische Arzt. Texte zur Medizin im 18. Jahrhundert. München 1998.

Treviranus 1799

Gottfried Reinhold Treviranus: Ein paar Worte über den thierischen Magnetimsu in Beziehung auf Bremen, in: Hanseatisches Magazin 2 (1799), S. 319-330.

Unzer 1775

Johann Christoph Unzer: Beschreibung eines mit den künstlichen Magneten angestellten medicinischen Versuchs. Hamburg 1775.

Welsenburg 1899

Gerhard von Welsenburg: Das Versehen der Frauen in Vergangenheit und Gegenwart und die Anschauungen der Ärzte, Naturforscher und Philosophen darüber. Leipzig 1899.

Endnoten

iKluge (1811), S. 56.

ii Schott (1996 b), S.206.

iii Schott (1996 a), S.184.

iv Schott (1992).

v Unzer (1775), S. 3.

vi Unzer (1775), S. 144.

vii Schott (Hg.) (1998), S. 215.

viii Schott (1996 c).

ix Schott (1996 d).

x Schott (Hg.) (1985).

xi Bauer (1994), S. 9.

xii Kluge (1811), S. 47.

xiii Welsenburg (1899), S. 85.

xiv Johann Stieglitz, zit. n. Rohlfs (1875/1880), Bd. 1, S. 283.

xv Treviranus (1799), S. 323.

xvi Treviranus (1799), S. 328

xvii Treviranus (1799), S. 329 f.

xviii Ritter (1910), a. Bd., S. 189 f.

xix John (1997).

xx John (1997), S. 35.

xxi John (1997), S. 106.

xxii John (1997), S. 71 f.

xxiii John (1997), S. 99.

xxiv John (1997), S. 191.

xxv Olbers (1787), S. 677.

xxvi Olbers (1787), S. 678.

xxvii Olbers (1787), S. 681.

xxviii Obers (1788), S. 690.

xxix Olbers (1787), S. 683.

xxx Olbers (1788), S. 687.

xxxi Schott (1984), S. 42.

xxxii Schott (1986), S. 673.

xxxiii Schott (1994).

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